Einleitung zum Kapitel
Das Kapitel stellt eine konkrete Übung vor, mit der ein bestehender oder vermiedener Konflikt bewusst vorbereitet, reflektiert und konstruktiv angesprochen werden kann.

Kernaussage
Konflikte lassen sich klären, wenn sie aus dem Zustand des Sonnenkindes oder des inneren Erwachsenen vorbereitet, mit Wohlwollen geführt und argumentativ auf Augenhöhe ausgetragen werden.

Wichtige Gedanken aus dem Kapitel

  • Ausgangspunkt der Übung ist ein schwelender Konflikt mit einer Person, der entweder bereits offen ausgetragen wurde oder bislang vermieden wird.
  • Zunächst soll bewusst der Zustand des Sonnenkindes aktiviert werden, indem eigene Stärken, Werte und neue Glaubenssätze hervorgeholt werden.
  • Gelingt dies nicht, soll die Situation aus dem inneren Erwachsenen möglichst emotionsfrei betrachtet werden.
  • Es wird betont, dass auch der Konfliktpartner ein Schattenkind hat und beide auf Augenhöhe sind.
  • Eine wohlwollende Haltung gegenüber dem Gegenüber soll bewusst eingenommen werden.
  • Die eigene Beziehung zum Konfliktpartner soll selbstehrlich geprüft werden, etwa im Hinblick auf Unter- oder Überlegenheitsgefühle, Neid oder Abwertung.
  • Eigene Anteile und mögliche innere Verzerrungen der Wahrnehmung sollen erkannt werden.
  • Zur Vertiefung werden frühere Übungen wie der Realitätscheck oder die drei Positionen der Wahrnehmung empfohlen.
  • Im Zustand des Sonnenkindes oder des inneren Erwachsenen sollen Argumente für den eigenen Standpunkt gesammelt werden.
  • Ebenso sollen die möglichen Argumente des Konfliktpartners bedacht und ggf. mit Hilfe Dritter ergänzt werden.
  • Wenn sich zeigt, dass der Konfliktpartner Recht haben könnte, soll dies offen anerkannt werden, wodurch der Konflikt gelöst ist.
  • Ist dies nicht der Fall, soll aktiv eine Gesprächssituation herbeigeführt werden, anstatt auf einen zufälligen Anlass zu warten.
  • Das eigene Anliegen soll freundlich und argumentativ vorgetragen werden.
  • Während des Gesprächs ist genau zuzuhören und auf die Argumente des Gegenübers einzugehen.
  • Es geht ausdrücklich nicht um Gewinnen oder Verlieren, sondern um die Sache.
  • Haben die Argumente des Gegenübers mehr Gewicht, soll dies anerkannt werden; andernfalls kann am eigenen Standpunkt festgehalten oder ein Kompromiss ausgehandelt werden.
  • Die Reihenfolge der Schritte ist nicht zwingend, sondern dient als Orientierung für die Vorbereitung einer Aussprache.
  • Freundliche Formulierungen führen nicht zu Informationsverlust.
  • Wohlwollen, Respekt, Argumente und Einsicht werden als Grundlage jeder Verständigung benannt.
  • Anhand des Beispiels von Lara und Jörg wird gezeigt, wie Selbstreflexion, Perspektivwechsel, Argumentesammlung und ein ruhiges Gespräch zu einer erfolgreichen Konfliktlösung führen können.
  • Der Konflikt löst sich, wenn beide Gesprächspartner reflektiert sind und nicht stark in ihren Schutzstrategien gefangen bleiben.

Zentrale Botschaft
Konflikttraining bedeutet, sich selbst zu reflektieren, dem anderen mit Wohlwollen zu begegnen und Konflikte sachlich, respektvoll und argumentativ zu klären, wodurch Verständigung und Nähe möglich werden.

Am meisten Wirkung entfaltet diese Übung, wenn du sie direkt mit dem Buch machst – es lohnt sich.