Einleitung zum Kapitel
In dieser Übung geht es darum, dass dein Erwachsenen-Ich dem Schattenkind erklärt, dass seine negativen Glaubenssätze auf alten Erfahrungen beruhen und nicht der Realität entsprechen. Die Haltung ist warm, zugewandt und elterlich.
Kernaussage
Das Erwachsenen-Ich hilft dem Schattenkind zu verstehen, dass dessen Überzeugungen eine Fehlprogrammierung sind – nicht sein Fehler und nicht die Wahrheit über seinen Wert.
Wichtige Gedanken aus dem Kapitel
- Der Erwachsene nimmt eine wohlwollende, elterliche Haltung ein – ruhig, freundlich, unterstützend.
- Es geht darum zu vermitteln, wie es damals wirklich war:
- Überforderung, Stress oder Probleme der Eltern werden erklärt.
- Die daraus entstandenen Glaubenssätze des Kindes werden benannt.
- Die Ansprache erfolgt möglichst in Kindersprache, damit das Schattenkind sich wirklich angesprochen fühlt.
- Zentrale Botschaft:
- Es war nicht die Schuld des Kindes.
- Die negativen Überzeugungen entstanden aus den damaligen Umständen.
- Mit anderen, stabileren Eltern hätte das Kind positive Überzeugungen über sich entwickelt.
- Die Formulierungen werden individuell an die eigene Geschichte und die persönlichen Glaubenssätze angepasst.
- Die Übung funktioniert auch, wenn die Kindheit überwiegend gut war – dann wird lediglich auf einzelne Punkte hingewiesen.
- Wichtig: Das Schattenkind darf Gefühle ausdrücken – aber der Erwachsene trifft die Entscheidungen.
- Das Schattenkind darf Angst, Unsicherheit, Wut oder Rückzug äußern.
- Der Erwachsene bleibt jedoch in der Führung und handelt nach Vernunft.
- Die Übung wird regelmäßig wiederholt, bis die Botschaften beim Schattenkind ankommen.
- Im Alltag reichen oft schon kleine, mentale Gesten:
- Innerlich beruhigen, trösten, „über das Köpfchen streicheln“.
- Kurze Sätze der Ermutigung.
- Dadurch entsteht ein Abstand zwischen kindlichem Programm und erwachsener Wahrnehmung.
- Das automatische Muster unterbricht.
- Es entsteht die Möglichkeit für neue Entscheidungen und Verhalten.
Zentrale Botschaft
Das Erwachsenen-Ich hilft dem Schattenkind, seine alten Glaubenssätze zu relativieren und sich sicher zu fühlen. Durch diese regelmäßige innere Zuwendung entsteht ein stabiler innerer Abstand, der neue Entscheidungen jenseits der alten Muster ermöglicht.
Am meisten Wirkung entfaltet diese Übung, wenn du sie direkt mit dem Buch machst – es lohnt sich.
