Einleitung zum Kapitel
In dieser Übung geht es darum, belastende Kindheitserinnerungen mithilfe der Vorstellungskraft neu zu gestalten. Da das Gehirn kaum zwischen realer Erfahrung und Vorstellung unterscheidet, können alte Gedächtnisspuren verändert und negative Gefühle gemildert werden. Die Methode entstammt der Schematherapie.

Kernaussage
Alte Erinnerungsfilme können durch innere Bilder neu überschrieben werden – und dadurch verlieren die damit verbundenen negativen Gefühle an Kraft.

Wichtige Gedanken aus dem Kapitel

  • Kindheitserfahrungen hinterlassen tief eingeprägte Gedächtnisspuren.
  • Alte Erinnerungen können schnell reaktiviert werden und führen zu automatischen Mustern.
  • Das Gehirn unterscheidet kaum zwischen Vorstellung und Realität – deshalb kann Fantasie zur Veränderung genutzt werden.
  • Negative Erinnerungen lassen sich emotional „überschreiben“, was Selbstheilung fördert.
  • Grundlage der Übung ist eine konkrete Kindheitssituation, die mit dem eigenen Schattenkind verknüpft ist.
  • Die Szene wird aus der Feldperspektive (durch die Augen des damaligen Kindes) betrachtet.
  • Die damaligen Gefühle sollen wahrgenommen werden, jedoch nur in abgeschwächter Form.
  • Eine frei wählbare Hilfsperson (real oder fiktiv) erscheint und unterstützt, schützt oder korrigiert die Situation.
  • Die Hilfsperson kann auch das heutige Erwachsenen-Ich sein.
  • Die ursprüngliche Szene wird in der Fantasie zu einem „guten Ausgang“ umgestaltet.
  • Die Übung eignet sich auch für belastende Erlebnisse außerhalb des Elternhauses.

Zentrale Botschaft
Durch die Kraft der Vorstellung können negative Kindheitserinnerungen neu gestaltet und emotional entschärft werden – es ist nie zu spät, der eigenen Vergangenheit ein besseres Ende zu geben.

Am meisten Wirkung entfaltet diese Übung, wenn du sie direkt mit dem Buch machst – es lohnt sich.