Einleitung zum Kapitel
In diesem Exkurs erläutert Stefanie Stahl, wie Burn-out entsteht, welche äußeren und inneren Faktoren daran beteiligt sind und welche Rolle das Schattenkind dabei spielt. Der Fokus liegt auf Überforderung, Anpassung, Perfektionsstreben und fehlender Selbstabgrenzung.
Kernaussage
Burn-out entsteht häufig durch ein Zusammenspiel aus hohem Arbeitsdruck und inneren Schutzstrategien des Schattenkindes, insbesondere Perfektionsstreben, Anpassung und mangelnde Selbstabgrenzung. Vorbeugung erfordert Selbstachtsamkeit, Selbstbehauptung und die Übernahme von Verantwortung durch den inneren Erwachsenen.
Wichtige Gedanken aus dem Kapitel
- Ein Burn-out kann entstehen, wenn große Anstrengung nicht zu dem gewünschten Erfolg oder zu Anerkennung führt.
- Besonders gefährdet sind soziale Berufe, aber auch viele andere Berufsgruppen berichten zunehmend von Erschöpfung.
- Die steigende Burn-out-Diagnose hängt sowohl mit höherer Sensibilität als auch mit wachsendem Arbeitsdruck zusammen.
- Burn-out ist eine Form der Depression (Erschöpfungsdepression), wird jedoch als Begriff oft leichter akzeptiert.
- Neben äußeren Arbeitsbedingungen begünstigen persönliche Faktoren ein Burn-out.
- Das Schattenkind von Burn-out-Betroffenen zeigt häufig die Schutzstrategie des Perfektionsstrebens.
- Perfektions- und Kontrollstreben führen dazu, dass Betroffene sich in Details verlieren und alles im Griff haben wollen.
- Viele Burn-out-Kandidaten sind arbeitssüchtig und verlieren die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
- Zusätzlich zeigen sie ein geringes Gespür für ihre Belastungsgrenzen und Schwierigkeiten, sich abzugrenzen.
- Das Schattenkind ist stark in Anpassung gefangen und verliert dadurch den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen.
- Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist, wieder Zugang zum eigenen Körper und zu den eigenen Empfindungen zu finden.
- Im nächsten Schritt lernen Betroffene, Verantwortung für ihre Bedürfnisse zu übernehmen und für sich selbst zu sorgen.
- Dazu gehört auch, Anforderungen abzulehnen und das Recht auf ein Nein wahrzunehmen.
- Zur Burn-out-Prävention wird empfohlen, die eigenen Arbeitsbedingungen kritisch zu prüfen und Abstand zu den Schutzstrategien des Schattenkindes zu gewinnen.
- Eine rationale Analyse der eigenen Leistungsfähigkeit, Motive und Grenzen soll helfen, realistisch mit Anforderungen umzugehen.
- Der innere Erwachsene soll dem Schattenkind Sicherheit vermitteln, Leistungsdruck reduzieren und Verantwortung übernehmen.
- Der eigene Wert wird klar von der Arbeitsleistung getrennt.
- Pausen, Selbstschutz und frühzeitige Erholung werden als notwendig beschrieben, nicht erst der Zusammenbruch.
Zentrale Botschaft
Burn-out ist eng mit den Schutzstrategien des Schattenkindes verbunden. Durch Selbstachtsamkeit, realistische Selbsteinschätzung, klare Abgrenzung und die Führung des inneren Erwachsenen kann Überforderung vermieden und langfristige Gesundheit erhalten werden.
Wenn dich das Thema anspricht: Lies das Original – es lohnt sich.
