Einleitung zum Kapitel
Dieses Kapitel erläutert, wie Süchte entstehen und warum sie so schwer zu überwinden sind. Anschließend werden sogenannte Schatzstrategien vorgestellt, die helfen sollen, den Ausstieg aus einer Sucht zu unterstützen.
Kernaussage
Sucht entsteht durch automatisierte Denk- und Verhaltensmuster sowie emotionale Bindungen und kann nur überwunden werden, wenn Schattenkind, Sonnenkind und innerer Erwachsener gemeinsam angesprochen und neue neuronale Verknüpfungen aufgebaut werden.
Wichtige Gedanken aus dem Kapitel
- Gewohnte Denk- und Verhaltensmuster bilden neuronale Verknüpfungen, die automatisches Handeln ermöglichen und das Leben erleichtern.
- Auch ungünstige Gewohnheiten können sich tief einprägen; werden sie zur Notwendigkeit, spricht man von Sucht.
- Süchte wirken vor allem über Gefühle: Sie erzeugen kurzfristige Lust oder verhindern Unlust und Entzugserscheinungen.
- Die Angst vor dem Verzicht ist überwiegend im Schattenkind verankert, das Halt, Trost und Geborgenheit sucht.
- Besonders orale Süchte stehen in Verbindung mit frühen Bedürfnissen nach Zuwendung und Sicherheit.
- Sucht entsteht nicht nur durch emotionale Faktoren, sondern auch durch biologische Veranlagungen, Gelegenheit und Gewohnheit.
- Für den Ausstieg ist ein starker Wille notwendig, der dem inneren Erwachsenen zugeordnet ist, jedoch durch Willenserschöpfung begrenzt sein kann.
- Verzicht kostet mehr Willenskraft als aktives Tun, da Unterlassen dauerhaft Anstrengung erfordert.
- Der kurzfristige Lustgewinn der Sucht steht im Gegensatz zu den meist langfristigen negativen Folgen, die emotional verdrängt werden.
- Jede Sucht ist mit einem bestimmten Lebensgefühl verbunden, das im Gehirn stark verankert ist, während alternative Lebensgefühle kaum neuronale Pfade besitzen.
- Um den Ausstieg zu ermöglichen, müssen Ängste zugelassen, verdrängte Konsequenzen bewusst gemacht und der Preis des Weitermachens erhöht werden.
- Das Schattenkind soll befragt, getröstet und in seinen Ängsten ernst genommen werden.
- Die Angst vor den Folgen der Sucht soll bewusst zugelassen werden, da sie eine warnende Funktion hat.
- Das Sonnenkind wird befragt, welches positive Lebensgefühl es mit der Sucht verbindet.
- Es soll ein neues Lebensgefühl entwickelt werden, das sowohl Schatten- als auch Sonnenkind anspricht und emotional spürbar ist.
- Neue Vorstellungsbilder und Fantasien helfen, erste neuronale Spuren für alternatives Verhalten anzulegen.
- Unterstützend wirken neue, hilfreiche Glaubenssätze, die regelmäßig wiederholt und gefühlt werden.
- Statt des Suchtverhaltens sollen konkrete Ersatzhandlungen und ein Gegenprogramm etabliert werden.
- Sport, sinnstiftende Tätigkeiten, Belohnungen und eine klare Tagesstruktur helfen, Suchtdruck zu reduzieren.
- Ablenkung, das Meiden von Versuchungen sowie Struktur schützen vor Rückfällen.
Zentrale Botschaft
Der Ausstieg aus einer Sucht gelingt, wenn emotionale Bedürfnisse verstanden, neue Lebensgefühle aufgebaut und alternative Verhaltensweisen etabliert werden, sodass das bisherige Suchtverhalten seine innere Funktion verliert.
Wenn dich das Thema anspricht: Lies das Original – es lohnt sich.
